Moral und Ethik

Moral und Ethik

Die Ethik ist eine alte, in der griechischen Philosophische entstandene Disziplin. Der Terminus Ethik bezeichnet seit der Antike zweierlei. Er bezeichnet einerseits den Charakter und die Sinnesart (ἦθος) und andererseits die Gewohnheit, die Sitte und den Brauch (bzw. ἔθος).

Das Wort Moral stammt dagegen aus dem Lateinischen. Cicero übersetzte Ethik mit philosophia moralis. Bis heute verwendet man beide Worte häufig bedeutungsgleich. 

Es gibt jedoch zwei wichtige Gründe zwischen ihnen genauer zu unterscheiden. Der erste Grund betrifft den Reflexionsgrad. 

Menschen sind wertende Wesen, sie können nicht nicht werten, sondern sind ständig beschäftigt, Personen, Handlungen, soziale Phänomene, Einstellungen und Absichten anderer moralisch einzuordnen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass dies reflektiert geschieht. Im Gegenteil, die meisten dieser moralischen Äußerungen sind weder rational begründet oder vernünftig gerechtfertigt, sondern werden spontan gefällt und bilden unsere Urteile und Vorurteile ab. 

Die Ethik – als philosophische Disziplin – agiert jedoch nicht spontan, sondern methodisch. Sie untersucht die Moral und versucht, Werturteile zu begründen oder zu rechtfertigen. Sie interpretiert moralische Äußerungen dahingehend, was sie über das dahinterliegende Selbstverständnis aussagen und welche Folgen eine praktische Umsetzung des Geforderten haben würde. 

Ethik ist deshalb die Wissenschaft von der Moral und die Moral ist ihr Gegenstand. 

Der zweite Grund führt uns direkt zur Beschäftigung mit Kindern und Menschen, die betreut werden. Während in der Gegenwart unter Moral vor allem die Frage nach dem richtigen Handeln (Immanuel Kant: „Was soll ich tun?“) verstanden wird, waren die ersten Ethiker*innen von der Frage umgetrieben, was das menschliche Leben ist und wie es geführt werden muss, damit es zu seiner Bestimmung findet. 

Ethik hat also auch mit der Frage nach dem gelingenden Leben (Aristoteles: „Alle Menschen streben von Natur aus nach Glück“) zu tun. Sie versucht mit der Tatsache umzugehen, dass es Menschen in allem, was sie bewegt, immer auch darum geht, wie ihr individuelles Schicksal sich zu dem verhält, was sie Glück nennen.


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